Fußball-Bundesländervergleichskampf im Rahmen des 25. Deutschen Gehörlosen-Sportfestes

Mit einem recht kleinem Kader von nur vierzehn U21-Fußballern fuhr der Bayerische Gehörlosen-Sportverband e.V. nach Dresden um sich mit anderen Bundesländern bzw. Regionen zu messen. Das Fazit: „Schwach angefangen, stark aufgehört und im Großen und Ganzen ein erster Schritt in die richtige Richtung“

In Dresden duellierten sich zwei Bundesländer und zwei Regionen um den Spitzenplatz in Deutschland, welcher ein Prestigegewinn für die jeweilige Nachwuchsarbeit in dem entsprechenden Bundesland oder in der entsprechenden Region ist. Im Dresdner Sportpark Ostra fanden Spiele zwischen Bayern, Nordrhein-Westfalen und den Regionen Nordost und Südwest statt.

Direkt nach Anreise ging es am späten Nachmittag mit der ersten Partie gegen NRW los. Leider ein Spiel zum Vergessen. Genauso wie der Regen. Letztendlich verloren wir die Partie mit 5:1 (Tor: Danny Weber). Unter dem Strich hieß es für uns: Mund abwischen und die Minimalchance auf den 2. Platz wahren! Dazu musste ein Sieg am nächsten Tag gegen Nordost her.

Bei diesem Spiel kamen sehr viele Zuschauer zu unserem Spiel gegen den Nordosten, einer Gemeinschaft überwiegend mit Spielern aus Hamburg und Berlin. Und die Zuschauer hatten sich genau das richtige Spiel ausgesucht, welches sich zu einem rasantem und abwechslungsreichen Spiel entwickelte. Die Bayernauswahl ging insgesamt drei mal in Führung, musste aber auch drei mal den Ausgleich kassieren sowie den Siegtreffer zum 4:3 für Nordost. In diesem Spiel war vor allem in der zweiten Halbzeit die Positionstreue nicht mehr vorhanden und das Gegenpressing funktionierte daher nur noch bedingt. Alle drei bayerischen Tore erzielte Leon Windisch von den Gehörlosen Bergfreunde München. Kleiner Fun-Fact am Rande: An der Seitenlinie gab es ein ein kleines Familienduell (Schwagerduell) zwischen dem Cheftrainer der Nordost-Auswahl und dem Co-Trainer und Sportkoordinator der Bayern.

Die Köpfe der Spieler hingen verständlicherweise sehr weit unten. Nach einer ordentlichen Ansprache des Trainerteams und des Kapitäns haben wir uns alle gegenseitig versprochen das letzte Spiel zu gewinnen und den dritten Platz abzusichern. Gesagt und getan! Im Letzen Spiel konnten wir unser wahres Potenzial zeigen, nachdem insbesondere das letzte Spiel sehr unglücklich gelaufen ist. Nach einem schnellen Tor für Südwest waren die Jungs hellwach und haben in der restlichen Spielzeit dem Gegner nicht den Hauch einer Chance gelassen und das Spiel konzentriert zu Ende gebracht. 6:2 stand letztlich als Ergebnis auf dem Spielberichtsbogen (3 Tore: Leon Windisch, 2 Tore: Philipp Jaroschuk, 1 Tor Fabian Kuppe). Damit tut sich ein zweiter kleiner Fun-Fact am Rande auf: Alle Tore in Dresden wurden von Spielern der Gehörlosen Bergfreunde München erzielt.

Mannschaft v.o.l.: Lucas Pflugfelder, Philipp Jaroschuk, Trainer Denis Jukovskij, Paul Schäfer, Danny Weber, Balthasar Ricke, Kevin Berger, David Schiefer, Betreuer Daniel Holler v.u.l. Said Etci, Enrico Marino, Fabian Kuppe, Maximilian Klieber, Eduardo Winter, Ziad Tarik und unten liegend Leon Windisch Nicht auf dem Bild: Co-Trainer und Sportkoordinator David Holler und Betreuer Robert Walter)
Verdienter Jubel nach dem Sieg im letzten Spiel

So durften wir uns auf die Bronzemedaillen freuen, doch zuvor gab es noch zwei mehr oder weniger große Überraschungen: Leon Windisch wurde Torschützenkönig (geteilt mit einem Spieler aus Nordost) und Fabian Kuppe (zusammen mit einem Spieler aus NRW) zum besten Spieler gekürt. Unser Torwart Lucas Pflugfelder schrammte nur knapp an der Auszeichnung bester Torhüter vorbei.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Bayerischen Fußballverband, die uns mit dem Trikotsatz unterstützt haben! Die Jungs wollten das Trikot schon fast nicht mehr hergeben.

Alles in allem ist der Bayerische Gehörlosen-Sportverband e.V. mit der Leistung zufrieden, wenn man bedenkt, dass die Vorbereitung keineswegs reibungslos gelaufen ist und wir eines der kleinsten und jüngsten Kader gestellt haben. Im nächsten Jahr in Braunschweig wollen wir das Ergebnis mindestens halten und gleichzeitig einen Kaderumbruch vorantreiben. Das mittelfristige Ziel ist spätestens in 2024 die Goldmedaille umhängen zu dürfen.