3. Bayerische-Triathlon-Meisterschaft für Menschen mit Hörbehinderung: Der GSV Bayreuth – eine Triathlonhochburg

Bei tropischen Bedingungen in Trebgast – im Landkreis Kulmbach in Bayern – starteten die bayerischen Triathleten zum 3. Male bei der Bayerischen Meisterschaft im Triathlon für Menschen mit Hörbehinderung in der Sprint-Distanz.

Die Anzeige auf dem Thermometer stieg bis auf fast 40 Grad Celsius an. Die Hitze störte die Zahlreichen Besuchern nicht sonderlich. Der See war bevölkert von Menschen, die mit mit den Sportlern nicht tauschen wollten.
Die Triathleten waren allesamt gut trainiert und hatten der Hitze getrotzt, was man auch an den Bildern sehen kann! Wir alle hatten Freude und Spaß am Sport. Sicherlich, zwischendurch machte sich der innere Schweinehund bemerkbar, aber das Wissen, im Ziel gibt’s Wasser, Radler, Cola, Isotonische-Getränke, Obst, Kuchen und vieles mehr, beflügelte die Athleten und Athletinnen gewaltig.

Aktiv dabei waren folgende Gehörlosen-Sportvereine: GSV Bayreuth, GSV Landshut, GSC Nürnberg, GBF München und GSV München.

Leider waren die vermeintlichen Favoriten nicht am Start. Kilian Deichsel – ein Topfavorit – war der Organisator für diese komplette Veranstaltung und Topfavoritin bei den Damen Claudia Platzek befindet sich im Moment mitten in einer „Tapering-Phase“. Sie startet am 07. Juli 2019 bei ihrem ersten „Ironman“. Der Favorit in der AK45 -Volker Marks- befand sich in Frankfurt bei einem Wettkampf über die Langdistanz, wo er sich für die Weltmeisterschaft mit 70,3 in Nizza (Frankreich) qualifizierte. Einige seiner Vereinskollegen begleiteten ihn, so dass es diesmal ein sehr kleines Starterfeld ergab, was allerdings die Anwesenden nicht sonderlich betrübte sondern eher erst recht anspornte.

Die Gunst der Stunde nutzten Alexandra Götz und Maximilian Klieber vom GSV Bayreuth.

Katrin Hanke (GBF München) stieg nach 9:21 Minuten aus dem 27 Grad warmen Wasser, gefolgt von Alexa Götz mit 11.05 Minuten. Barbara Brummer (GBF München) und Gabriele Echle (GSV München) schwammen wohl „Hand in Hand“ und kamen nahezu zeitgleich aus dem Wasser.

Der Wechsel aufs Rad erfolgte sehr flott. Katrin Hanke war gerade mal einige Meter auf dem Rad unterwegs, schon bemerkte sie einen Platten. Sie schied somit aus. Alexa Götz sah Katrins Ausscheiden nicht und wollte sie um jeden Preis einholen. Sie trat in die Pedale und „flog“ sinnbildlich in 34:07 Minuten in die Wechselzone. Gabriele Echle war die zweitstärkste Radfahrerin und kam nach knapp 38 Minuten zum Disziplin Laufen. Auf der Laufstrecke waren die drei verbliebenen Frauen gleich stark. Schnellste war Barbara Brummer mit 23:41, gefolgt von Gabriele Echle mit 23:50. Alexa Götz war mit ihren 23:54 sehr glücklich und durfte somit als erste mit einer Gesamtzeit von 1:11:50,90 Stunden die Ziellinie überqueren. Gratulation dazu!

Die Bayerische Vizemeisterin Gabriele Echle vom GSV München war nach 1:16:26,09 Stunden im Ziel während Barbara Brummer mit 1:18:07,54 auf den dritten Platz „lief“.  

Marina Rosink (GBF München) startete außer Konkurrenz und erreichte eine Zeit von 1:13:52,15 Stunden.

Bei den Herren war es genauso spannend: Godehard Ricke (GBF München) startete mit der Gruppe um 11.50 Uhr. Somit hatte er 5 Minuten weniger auf dem Chip, weil die Gehörlosen erst um 11.55 Uhr starteten und dadurch „Godos“ Chip erst aktiv wird. Von daher wusste man nie genau, wo stehen die anderen Gehörlosen tatsächlich.

Der erste aus dem Wasser (Disziplin Schwimmen) war Markus Odorfer (GSC Nürnberg) mit 11:47 Minuten, gefolgt von Christian Rieß (GBF München) und Bernhard Klieber (GSV Bayreuth). Auf dem Rad raste Maximilian Klieber (GSV Bayreuth) über den Teer, damit seine Schwimmzeit etwas in Vergessenheit geriet. Als zweiter Radfahrer war Markus Odorfer mit Christian Rieß in der Wechselzone. Jedoch war das Laufen der Beiden nicht ideal, so dass Rudolf Weichenrieder (GSV Landshut) und Godo Ricke mit den Laufzeiten von 21 Minuten die anderen auf die hinteren Plätze verdrängten.
Als erster kam somit Maximilian Klieber mit einer Gesamtzeit von 1:15:40,27 Stunden ins Ziel. Spannend war es, weil Godo 5 Minuten „aufgebrummt“ bekam.

Rudolf Weichenrieder wurde Gesamtzweiter mit 1:17:39,16, während Godo eine Zeit von 1:17:52,37 erringen konnte. Eigentlich ein spannendes Herzschlagfinale.

Was ich noch erwähnen möchte, partizipierten auch bei den Männern zwei Gäste außer Konkurrenz. Dominik Monzel und Bernhard Continaut von GSVG Saarbrücken. Die Männer bestritten den Triathlon mit einer Gesamtzeit von 1:12:56,12 und 1:23:57,17.

Bernhard Continaut wurde in der Altersklasse Senioren 7 Erster. Ebenso wie Maximilian Klieber bei AK 0, Marina Rosink AK 4 und Barbara Brummer bei AK Senioren 4. Es war ein erfolgreicher Tag für die Einzelstarter aus Nah und Fern.

Jetzt kommen wir zur Staffel. Leider war da die Meldung gegenüber der Chiemsee-Meisterschaft sehr bescheiden, was sehr schade war. Erfreulich war aber: Die Freude der Staffelteilnehmer. Wir hatten drei Staffeln aus Bayreuth und eine aus Saarbrücken. Einfach Klasse, dass die Saarbrücker (Rebecca Eder, Deborah Monzel und Dawid Schmuck) die weite Reise auf sich genommen hatten. Die fünfte Staffel bestand leider aus Probanden ohne Sportvereinszugehörigkeit (Regina Fiedler, Marko Ritter und Oliver Fiedler), so dass sie auch außer Konkurrenz starteten.

GSV Bayreuth II mit Claudia Platzek, Zoltan Pal und Marko Reichenbach wurde Bayerischer Meister mit 1:13:11,41 Stunden, auch da gab es ein Herzschlagfinale: Die Staffel GSV Bayreuth I waren 30 Sekunden langsamer (1:13:41,73 Stunden). Die Staffel GSV Bayreuth I bestand aus Wolfgang Klose, Manuela Grothkopp und Mario Hager, während die dritte Staffel mit Michael Striffler, Thomas Zeidler und Franziska Hübner-Klieber besetzt war (1:28:55,20 Stunden).

Was ich noch erwähnen möchte: An diesem Tag fand zeitgleich die 1. Deutsche Jugendmeisterschaft in der Sparte Triathlon statt. Da waren leider nur zwei Jugendliche am Start. Um diesen Jungathleten die Freude nicht zu nehmen, fand es trotzdem statt. Balthasar Ricke (GBF München) schwamm die 200 m in 5,34 Minuten. Auf dem Rad (10 km) brauchte er 21,31 Minuten und beim Laufen (1,8 km) „flogen“ die Beine regelrecht. Er lief dies in 6,49 Minuten. Seine Gesamtzeit war somit 36.26 Minuten und er landete im Mittelfeld der Gesamtstarter. Für das erste Mal ein toller Einstand!

Es war ein genialer Tag und zu gegebener Zeit teilen wir euch mit, wo die 4. Bayerische Meisterschaft in Sprint stattfinden wird.

Auch ein großes Dankeschön an die Helfer vor Ort (auch Gehörlose waren unter den Volunteers) und besonders unserem Dolmetscher Arno Scharte. Bleibt weiterhin so sportlich!

 

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